Die Schweiz hatte auf das Attentat auf Adolf Hitler im benachbarten
Deutschland sehr zurückhaltend reagiert. Man wußte, dass hinter dem
Anschlag eine «Reaktionäre Clique» stand.
Der Historiker Guido Kolle schreibt heute in der NZZ unter der Überschrift „Die Akte Stauffenberg“:
„Die Schweizer Bevölkerung wandte sich dezidiert gegen die Aufnahme
von Entscheidungsträgern und ihren nahen Verwandten aus
Vichy-Frankreich, dem Italien Mussolinis oder dem Dritten Reich. Dazu
zählten auch die Kreise um die Verschwörer vom 20. Juli: Sie hatten
Hitler an die Macht verholfen und seinen Krieg lange tatkräftig
unterstützt.“
Man stelle sich einmal vor, dass Attentat auf Hitler
hätte geglückt. Die Attentäter und ihre Helfer hätten mit den Alliierten
einen Frieden geschlossen.
In Deutschland würde man heute noch über die
Verräter von dem 20. Juli hetzen.
Und Adolf Hitler und seine Parteigenossen stünden unter einem Heiligenschrein.
Wehrmacht und Waffen-SS wären „im Felde unbesiegt“ gewesen – die "20.
Juli 1944-Verbrecher" wären einem siegreichen Führer „in den Rücken
gefallen“.
Nein, nein, so wie es kam, so musste es geschehen – 1945. Wie in einer Wagner-Oper.
Wir Deutsche, wir brauchen keine zweite „Dolchstoßlegende“ – auch kein
zweites „Schanddiktat“, „Schand-“ oder „Schmachfrieden“.
Deshalb ist es schon gut so, dass das Hitler-Attentat, der 20. Juli 1944 nicht geklappt hat.
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