Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen - alle Jahre
wieder. Und manchmal auch schon zu der Zeit, wenn neben den Sonnescremes der
ausgehenden Sommer-Urlaubssaison die Lebkuchen in den Supermärkten zu finden.
Geschäft ist halt Geschäft. Und Gefühl ist Privatsache. Wer kann es dem Einzelhandel
verdenken, bei teilweisen Umsatzeinbußen von mehr als 20 Prozent, wenn er das
anbietet, was ankommt.
Aber ich muß ehrlich sagen: Mir ist’s auch manchmal
schon zuviel. Nicht weil mir hier auf dem Turm alltäglich seit Ende November
das Konserven-Geplärre von Weihnachtsliedern aus Lautsprechern entgegenwabert,
nicht wegen eines Weihnachtsmarktes, der sich in vielen Teilen außer dem
Glitzerschmuck vom normalen Krämermarkt - siehe Pferdemarkt - nicht
unterscheidet.
Nein, mir ist es zuviel, weil die Hetze den Leuten ins Gesicht
geschrieben steht. In früheren Zeiten
war der Beginn des Winters auch der Anfang der Ruhezeit, in der nicht nur die
Pflanzen und Tiere ihren Winterschlaf einnahmen, sondern auch die Menschen den
Tag geruhsamer angingen. Um fünf Uhr war da Schluß mit dem Tages-Leben,
weil dann das Licht fehlte - und das künstliche halt sehr teuer war. Man war
schlicht gezwungen, sich in die wärmenden Stuben zurückziehen, weil es draußen
bitterlich kalt war.
Heute ist die Temperatur winters wie sommers in den Stuben
gleich. Selbst beim Fortbewegen ist man der Kälte nur kurz ausgesetzt: Im Auto
ist’s heute genauso wohlig warm wie in der Stube. Natur? Das ist die Ausnahme
für den streßgeplagten Menschen der Vorweihnachtszeit.
Und am Heiligabend? Da
läuft der Countdown. Wie soll Ruhe und
Gemütlichkeit einkehren, wenn man das zuvor nicht eingeübt hat? Sicher, man
kann sich mit ein paar Viertele schon Gemütlichkeit verschaffen, das besänftigt
Geist und Nerven. Das wissen wir im schwäbischen Unterland.
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