Montag, 21. Dezember 2015

21.12.2015 - Baum

Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen - alle Jahre wieder. Und manchmal auch schon zu der Zeit, wenn neben den Sonnescremes der ausgehenden Sommer-Urlaubssaison die Lebkuchen in den Supermärkten zu finden. Geschäft ist halt Geschäft. Und Gefühl ist Privatsache. Wer kann es dem Einzelhandel verdenken, bei teilweisen Umsatzeinbußen von mehr als 20 Prozent, wenn er das anbietet, was ankommt. 
 
Aber ich muß ehrlich sagen: Mir ist’s auch manchmal schon zuviel. Nicht weil mir hier auf dem Turm alltäglich seit Ende November das Konserven-Geplärre von Weihnachtsliedern aus Lautsprechern entgegenwabert, nicht wegen eines Weihnachtsmarktes, der sich in vielen Teilen außer dem Glitzerschmuck vom normalen Krämermarkt - siehe Pferdemarkt - nicht unterscheidet. 
 
Nein, mir ist es zuviel, weil die Hetze den Leuten ins Gesicht geschrieben steht. In früheren Zeiten war der Beginn des Winters auch der Anfang der Ruhezeit, in der nicht nur die Pflanzen und Tiere ihren Winterschlaf einnahmen, sondern auch die Menschen den Tag geruhsamer angingen. Um fünf Uhr war da Schluß mit dem Tages-Leben, weil dann das Licht fehlte - und das künstliche halt sehr teuer war. Man war schlicht gezwungen, sich in die wärmenden Stuben zurückziehen, weil es draußen bitterlich kalt war. 
 
Heute ist die Temperatur winters wie sommers in den Stuben gleich. Selbst beim Fortbewegen ist man der Kälte nur kurz ausgesetzt: Im Auto ist’s heute genauso wohlig warm wie in der Stube. Natur? Das ist die Ausnahme für den streßgeplagten Menschen der Vorweihnachtszeit. 
 
Und am Heiligabend? Da läuft der Countdown. Wie soll  Ruhe und Gemütlichkeit einkehren, wenn man das zuvor nicht eingeübt hat? Sicher, man kann sich mit ein paar Viertele schon Gemütlichkeit verschaffen, das besänftigt Geist und Nerven. Das wissen wir im schwäbischen Unterland. 

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