Überall auf der
Welt erhebt der Terrorismus sein Haupt. Der Westen kann noch so viel
Geheimdienste, Überwachungsagenturen und Soldaten gegen ihn einsetzen. Ihn
besiegen können nur die Muslime selbst.
Von Stefan Aust, WELT-Herausgeber
Ermordete
Urlauber in Tunesien, ein abgetrennter, aufgespießter Kopf in
Frankreich, die Serie der abscheulichen Mordtaten im
Namen Allahs des Allmächtigen hört nicht auf. Im Fastenmonat Ramadan soll der
Welt gezeigt werden, wozu man fähig ist. Keine Frage: Dieses ist ein Krieg, ein
"asymmetrischer" sicherlich, aber ein Weltkrieg.
Die Front verläuft überall, wo
selbst ernannte Gotteskrieger ihre weniger fanatischen Glaubensbrüder und
"Ungläubige" aller Herren Länder und Religionen massakrieren. Der
Rest der Welt reagiert vor allem – hilflos. Wie will man auch mit
Hochtechnologie, modernster Waffentechnik oder gar Abhörmaßnahmen (unter
anderem gegen die Staatschefs verbündeter Länder) gegen diese Mischung aus
brutalstem Mittelalter und digitalem Neuland vorgehen.
Der islamische Staat ist überall, ob er sich nun als al-Quaida oder
IS ausgibt, und dahinter steckt nicht nur religiöses Sendungsbewusstsein,
sondern auch eine knallharte Machtstrategie.
Keine rituellen Beileidsbekundungen!
West und Ost leisten sich einen
neuen Kalten Krieg um einen gescheiterten Staat namens Ukraine – und haben in
Wirklichkeit ein viel schwierigeres Problem mit einem gemeinsamen Feind, der
allen Errungenschaften von Zivilisation und Aufklärung vor laufenden
Smartphones den Kopf abschneidet.
Man diskutiert über die Rettung von Flüchtlingen und glaubt, dass ein Asylparagraf
im Grundgesetz die neue Völkerwanderung regeln kann. Man unterscheidet
feinsinnig zwischen friedfertigem Islam und gewalttätigem Islamismus und
verkennt, dass zwei Dinge zugleich passieren, dass nämlich Muslime doppelt
involviert sind, als die ersten und meisten Opfer der Dschihadisten, und dass
diese sich zugleich aus der friedlichen muslimischen Szene rekrutieren.
Kein
aufgerüsteter deutscher Verfassungsschutz, keine Globalüberwachung durch die
NSA, kein neues Sturmgewehr für die Bundeswehr wird diesen mörderischen Spuk
aufhalten. Es ist die islamische Welt selber, die ihre wild gewordenen
Glaubensgenossen aufhalten muss. Nur sie kann es, sie muss es. Da reichen
rituelle Beileidsbekundungen anlässlich jeder neuen Mordtat nicht aus.
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