Ist das wirklich wahr?
Wenn behauptet wird: "Theologisch ist es egal, wer Jesus getötet hat - wichtig allein sein Tod. Denn ohne ihn wären die Menschen unerlöst, sie müssten weiterhin unter der Last der Erbsünde röcheln - im Umkehrschluss des kirchlichen Ammenmärchens, das nicht einmal Du glaubst. Also ärgere Dich nicht, dass man die Juden aus "der Haft entlassen hat". Es ist nur recht und billig, die Kirche hat sie Jahrhunderte instrumentalisiert und vor sich hergetrieben - das ach so arme "Kirchenvolk" oft als ausführendes Organ.“
Ich war sehr erschüttert über diesen Satz:
„Das ist doch blöder und dummer Schwachsinn, wenn wir müssten … wenn wir weiterhin unter der Last der Erbsünde röcheln.“
Dann müssten ja alle Menschen vor der Zeit Jesus Christus verloren seien ... und es würden auch alle Nicht-Christen verloren sein.
Für mich ist das (theologischer und) gequirlter Schwachsinn ...
Das europäische Christentum steht im Gegensatz zum Judentum - das gilt es zu überwinden, denn das Christentum war nie eine Sekte des Judentums – wie einige Juden-Christen im Römischen Reich meinten.
Das wahrliche und antike Christentum war schwanger geworden durch die wunderbare griechische und römische Philosophie/Rechtsphilosophie - weg vom rachesüchtigen, barbarischen und jüdischen Gott aus der Wüste hin zum europäischen Kultur-Kreis der Griechen und Römer – bis hin zur römisch-katholischen Kirche.
Weg von der religiös-rassistischen Auffassung, Jude ist nur, wer von seiner jüdischen Mutter geboren ... Weg von der Barbarei der Beschneidung von Eine-Woche-alte Knaben (nur Männer sind damit im Bund mit Gott) ...
Das alles lehnen Christen ab - als grauenvolle und barbarische Riten einer a-kulturellen Religion, ganz im Sinne des römischen Bewußtseins.
Im Gegensatz dazu: die Emanzipation der Geschlechter im Christentum, sprich: Christ ist, wer christlich getauft ist, die Taufe gilt von Mädchen und Buben gleichermaßen.
Deshalb gibt keine jüdisch-christliche Tradition in Europa, wahrlich nicht. Es gibt nur eine griechisch-römisch-katholische Tradition bzw. orthodox-griechische Tradition.
Und es gibt nur eine 2000-Jahre-alte Tradition von Antisemitismus, auch weil die Juden sich nicht in die Gesellschaften der Antike und des Mittelalters und der Renaissance integrieren wollten.
In der Antike hat das niemand verstanden – die Griechen und auch nicht Römer. Und im Mittelalter haben die europäischen Stämme und Völker das auch nicht verstanden.
Da können sich die orthodoxen, katholischen oder protestantischen Kirchen sich winden wie sie wollen ... Dieser komische und kindische Antisemitismus klebt an ihnen wie klebriges Pech – kaum aufgearbeitet.
Wenn ich mir die PASSION Christi vor Augen führe ... dann, dann ... dann weiß ich nicht ... ob ich diese Brutalität, diese Unmenschlichkeit, dieser Hohn auf die Menschlichkeit - dieses Bild, im Gegensatz zu meinem Christentum, akzeptiere.
Unsicher bin ich – dass ich so leiden will (durch wen auch immer) wie einst Jesus Christus durch Juden und Römer ... Nein – ich möchte und will mich wehren können ...
Ich will mit meinen Worten nur auf die Widersprüche in unserer Welt zeigen ... und auf unsere Schamlosigkeit gegen den Frieden – und unsere Gier auf Krieg (vor allem in Osteuropa).
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