Montag, 2. März 2015

02.03.2015 - Im Glashaus sitzen

Für den Schwadroneur und Chefredakteur der regionale Gazette "Stimme" Uwe Ralf Heer war sich sehr sicher, die Welt sei durcheinander: „Der feige Mord an einem der wenigen verbliebenen russischen Oppositionspolitiker erschüttert.“ 

Wer ist erschüttert? Kennt die Welt das Opfer  überhaupt? Oder war der Tote nur ein US-Polit-Nordlicht, ein einst gnadenlos gescheiterter Jelzin-Politkommissar... Oder hat der Chefredakteur beim Schreiben zu viele Weizenbiere gekippt: „Die  Hinrichtung auf offener Straße ist mehr als die Ermordung eines unbequemen Putin-Kritikers.“  

Was ist, wenn sich die Ursache des Mordes als banal herausstellt? Auch Prominente, selbst Putin-Gegner, haben ja ein Privatleben. Und der Tote hatte ja ein sehr schillerndes Leben. Zum Beispiel in seltsames Verhältnis zu einem 23 jährigen Mannequin aus der Ukraine, eine Lebensgefährtin, die wirre TV-Erklärungen von sich gibt. Von Trauer keine Spur.

Gerade deutsche Provinz-Medien sollten sich mit frühreifen Schuldzuweisungen gegen das ihnen verhasste Putin-Regime in Russland sehr zurückhalten. 

Vor allem deutsche Behörden und vor allem die Redaktion Heilbronner Stimme waren und sind bis heute nicht in der Lage bzw. willens, die wahren Hintergründe hinter den NSU-Morden – vor allem die Ermordung der Polizistin in Heilbronn im Jahre 2007  -  sowie der Verwicklungen deutscher Geheimdienste in diese Morde aufzuklären.

Korruptionen in Heilbronn, seltsame Stasi-Geschichten um Redakteure, nicht aufgeklärter Mord an einer Polizistin, etc. – das alles hindert den Stimme-Chefredakteur montags nicht, mit dicken Fingern und schiefen Sätzen auf Präsident Putin in Russland zu zeigen. 

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Weizenbier-Flaschen werfen…

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